Ausschluss verboten: handballtraining erklärt die neuen Regeln

Die wichtigsten Regeländerungen im Überblick

handballtraining 4/2010

 

 

1. Neustruktur der Regel
Der Bereich der Regelwidrigkeiten (Beurteilung von Zweikämpfen, Verhalten gegenüber dem Gegenspieler) wurde komplett neu strukturiert. Künftig sind allgemeine Beurteilungskriterien maßgebend für die Entscheidung der Schiedsrichter, ob eine persönliche Strafe ausgesprochen wird.

2. Neue Definition zum Sperren
Auf die Negativentwicklungen der letzten Jahre reagierend wird in der neu gefassten Regel 8 das regelgerechte Sperren noch einmal umfassend kommentiert. Bei der Schulung der Schiedsrichter wird die IHF hier einen klaren Schwerpunkt (u.a. mit einem IHF-Schulungsvideo für alle Nationen) setzen. Deshalb für Trainer hier besonders wichtig!

3. Ausschluss entfällt künftig
Der Ausschluss – in der Praxis nur sehr selten ausgesprochen – entfällt und wird der neuen Regel 8:6 „Disqualifikation mit schriftlicher Meldung“ zugeordnet. Aufgrund der Neustruktur der Regel 8 wird es also künftig zwei Formen der Roten Karte geben:
a) Disqualifikation – wie bisher
b) Disqualifikation mit schriftlicher Meldung
Einen Ausschluss eines Spielers für die verbleibende Spielzeit, d. h. ein permanentes?Unterzahlspiel bis Spielende, wird es nicht mehr geben. Mit Hilfe der schriftlichen Meldung können Spieler bei solchen Vergehen künftig mit längeren Spielsperren entsprechend bestraft werden.

4. Torwart verlässt den Torraum – ergänzende Bestimmungen
Auch bezüglich dieser, in letzter Zeit vielfach diskutierten Situa tion wurde das Regelwerk neu gefasst. Ab jetzt trägt der Torwart die alleinige Verantwortung dafür, dass beim Abfangen von Gegenstoßpässen keine gesundheitsgefährdende Situation entsteht. Andernfalls wird er disqualifiziert.

5. 7m-Schütze trifft den Kopf des Torwarts
Die o.g. Bestimmung wurde auch für die Situationen übernommen, in denen der 7m-Schütze den Kopf des Torwarts trifft, obwohl dieser seinen Kopf nicht in?Richtung Ball bewegt hat. Hier trägt jetzt der 7m-Schütze die Verantwortung dafür, dass keine Gefährdung entsteht (Disqualifikation!). Diese Bestimmung gilt auch für Freiwurf situationen, in denen ein Abwehrspieler am Kopf getroffen wird.

6. Ergänzende Erläuterungen zur Anwendung des Warnsignals für passives Spiel
Hier steht besonders die Situation im Mittelpunkt, nachdem die Schiedsrichter das Warnzeichen für passives Spiel angezeigt haben. Die Erläuterung 4 enthält hierzu eine Reihe neuer Entscheidungskriterien dafür, ob und wann Schiedsrichter entgültig auf passives Spiel entscheiden sollten. Besonders in der Beschreibung aktiver Abwehrspielweisen stecken für viele Trainer durchaus neue taktische Möglichkeiten.

7. Auswechselraum-Reglement – neu: Coachingzone für Offizielle
Zukünftig ist ein fester Raum entlang der Seitenlinie im Auswechselreglement definiert, in der der Trainer – ob vor oder hinter der Auswechselbank – seine Mannschaft frei coachen darf. Zur Anmeldung des Team Time-outs darf er diese Zone zwar verlassen, er darf jedoch nicht mehr länger am Zeitnehmertisch (auf einen günstigen Augenblick) warten.

8. Mannschaftskapitän
Das Streichen dieser Funktion bei der letzten Überarbeitung der Regel hatte für viele Diskussionen gesorgt, obwohl es natürlich auch weiterhin möglich war, einen Kapitän zu benennen. Ins neue Regelwerk wurde die Funktion des Mannschaftskapitäns wieder aufgenommen.
Zusätzlich zu den hier beschriebenen sind im neuen Regelwerk kleinere Änderungen bzw. Regelverbesserungen vorgenommen worden: z. B. Regel 6:2c „Betreten des Torraums“, Erläuterung 7 „Eingreifen durch den Zeitnehmer oder einen Delegierten“.

 

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