
Bereits mit 19 Jahren bereichert er die Liga: Linkshänder Patrick Groetzki ist für die Rhein-Neckar Löwen ein Glücksfall – als schlauer Spieler und neue Hausmarke
Von Tim Oliver Kalle
Zwei Sekunden. Mehr war es erstmal nicht. Und das auch noch mit einer unsportlichen Note, weil er auf Geheiß seines Trainers Iouri Chevtsov einen Anwurf des HSV Hamburg verhinderte und den Rhein-Neckar Löwen ein 28:28 sicherte. Zwei Sekunden auf der großen Bühne, gleich eine rote Karte, aber ein Lob des Trainers – so kam Patrick Groetzki am 15. September 2007 in der Bundesliga an. Mit dieser Episode könnte auch die Geschichte eines Rauhbeins beginnen, doch der Linkshänder ist der Gegenentwurf eines robusten Rabauken: 1,89 Meter groß, aber nur 78 Kilogramm schwer, und in 19 Jahren hat das Leben noch kein scharfes Profil in sein Gesicht gezeichnet. Aber auch das ist ein trügerisches Bild, denn Groetzki ist längst auf dem Weg zur Reife.
Wenn er seine Aktionen über den rechten Flügel mit chirurgischer Präzision erfolgreich abschließt, folgt ein ekstatisches Ritual: Der Junior fliegt über das Parkett, die Arme oft weit gespreizt, die Fäuste emporgereckt, den Erfolg mit einem markigen Jubelschrei begrüßend. So ist der Abiturient neben dem Mannheimer Hero Uwe Gensheimer längst zur zweiten Hausmarke der Rhein-Neckar Löwen geworden. Die Zuschauer in der SAP-Arena lieben ihn spätestens seit einem weihnachtlichen Spiel gegen den VfL Gummersbach, als er sechsmal traf. „Da haben mich auch die anderen als Teil der Mannschaft begriffen. Ich konnte beweisen, dass ich was kann”, sagt Groetzki. Die Ahnung war an jenem Dezembertag 2007 einer Gewissheit gewichen: Der Junge taugt was, der fängt die Bälle.
Groetzki lebt erst seit anderthalb Jahren im Bundesliga-Geschäft; noch immer prüft er vorsichtig, wie viel Realität in seinem Traum steckt. Schließlich spielt er zusammen mit den Weltmeistern Fritz, Schwarzer, Roggisch und Klimowets, dazu einem Weltstar wie Richardson – und das als einer unter gleichen. Der junge Mann spricht leise, unaufgeregt und bedacht. Das liegt in seinem Naturell. „Ich bin ein ruhiger Typ, der Zeit braucht, bis er sich an die Leute traut.” Zeit hat er sich in seiner Karriere allerdings nicht gelassen. Mit 18 der Wechsel von Pforzheim zu den Rhein-Neckar Löwen, mit 19 in Karlsruhe die erste eigene Wohnung mit Freundin Jenny, nebenbei das Abitur am Otto-Hahn-Gymnasium – alles im Schatten des Sports: Bundesliga, Pokal und Champions League. Dazu die Junioren-Nationalmannschaft. Groetzki wandelt am logistischen Limit. Sein Leben wird sich erst ab September als Zivildienstleistender des Olympiastützpunktes Heidelberg ein wenig beruhigen, obwohl ihm die wirklich aufregenden Zeiten wahrscheinlich erst noch bevorstehen.
Thorsten Storm redet gern über Groetzki. „Patrick”, sagt der Löwen-Manager, „ist ein sehr heller Kopf.” Er passe gut in das Konzept der Metropolisierung. Der Verein, dessen Wurzeln in den kleinen Orten Kronau und Östringen liegen, kämpft noch immer um einen Stammplatz im Herzen der Sportkonsumenten. Groetzki und der knapp drei Jahre ältere Gensheimer sind als Kinder der Region die Leadfiguren der Kampagne; mit ihren Konterfeis werden sie die neuen Dauerkarten zieren. Die Rolle als Werbebotschafter hat Groetzki bereitwillig akzeptiert. „Wir können damit ganz gut umgehen und sehen das auch als unsere Aufgabe an”, sagt der Abiturient. Das Duo GG hat einen Vorteil: Patrick und Uwe sind jünger und greifbarer für die Fans, weil sie anders als die Legionäre der Löwen aus deren Mitte stammen. Groetzki spürte das, als die Mannheimer zu den Gruppenspielen der Champions League nach Karlsruhe auswichen. „Wenn Patrick in der Europahalle aufläuft”, erzählt Storm, „ist die halbe Schule am Start.” In seiner Wahlheimat spielten die Löwen auch gegen Zagreb. Als sein Team in die Enge getrieben worden war, befreite er es in Unterzahl mit einer für ihn typischen Aktion: den Wackler zur Hand. „Uwe hat den Dreher, ich den Wackler. Darauf”, sagt Groetzki, „kann ich vertrauen.” Er hat ihn von Klein auf geübt – in Pforzheim mit Alexander Lipps, einem mit 28 Jahren noch immer sehr jungen Trainer.
Lipps zählt zu den prägenden Personen in Groetzkis bisheriger Karriere. Dass er zum Handball kam, lag natürlich an den Eltern. Vater Christoph und Mutter Petra spielten selbst, im Kinderwagen rollte ihn die Mama zu ihren Spielen, mit drei Jahren landete er beim Minitraining. Auch Dr. Pavol Streicher übernahm einen wichtigen Part: Der badischen Landestrainer rückte Groetzki wieder in den Fokus der Jugend-Nationalmannschaft, nachdem dieser zwischenzeitlich aus dem Kader gefallen war.
Groetzki nahm in diesem Kreis der Besten einen ungewöhnlichen Weg, drängte bereits als Jugendlicher in den Junioren-Kader der Jahrgänge 1986/87. Als seine U20-Nationalmannschaft im August bis ins EM-Finale vorstieß, war der Außen als Mittelmann wertvollster Spieler und stand im All-Star-Team. Er musste einrücken, weil eine Stammkraft wie Georg Münch verletzt war. Für einen Linkshänder extrem untypisch, doch Groetzki kann ebenso wie der Kieler Weltmeister-Linksaußen Dominik Klein „auf Außen und der Mitte auftauchen”, sagt Junioren-Bundestrainer Martin Heuberger. Dessen Assistent Wolfgang Sommerfeld untermauert das mit Attributen wie „schlau, pfiffig, pfeilschnell und entscheidungsfähig”. Das DHB-Talentteam, das im kommenden August in Ägypten um die Weltmeisterschaft spielt, hat noch einen zweiten linken Mittelmann: Kai Häfner aus Bittenfeld. Solche Spieler sind sehr speziell – und sehr schwer auszurechnen. „Mir gefällt das besser, weil ich so mehr am Spiel teilnehmen kann und mehr Verantwortung habe”, sagt Groetzki. „Ich suche den Zweikampf und brauche den Körperkontakt.”
Doch bei dem Leichtgewicht rücken die körperlichen Grenzen bedrohlich nah. Er muss Gewicht machen; dafür stellten ihm die Löwen in diesem Winter bereits einen Ernährungsberater zur Seite. Richtig reagiert hat sein Körper auf die Reize noch nicht. Maßstäbe setzt er trotzdem, obwohl er eigentlich ganz langsam über das in der Regionalliga spielende Farmteam herangeführt werden sollte. Den Plan hat Groetzki mit seinem Aufstieg rasch über den Haufen geworfen.
In das positive Bild fügt sich die Geschichte mit Jan Filip schlecht ein. Der Österreicher David Szlezak verabschiedete sich im Sommer 2008; Groetzki allein sollte den rechten Flügel übernehmen und sich bei Bedarf vom Polen Mariusz Jurasik helfen lassen. Storm zauberte noch kurzfristig den Tschechen Jan Filip aus Nordhorn hervor. Groetzki sagt: „Das war eine komische Situation, aber ich habe es direkt als Herausforderung gesehen.” Der bald 36 Jahre alte Filip und der junge Groetzki: Mittlerweile haben die Löwen den Flügel mit einem Vater-Sohn-Gespann besetzt. Unter dem Trainer Wolfgang Schwenke haben die Spielzeiten für den Junior deutlich zugenommen. „Wir ergänzen uns gut”, sagt Groetzki. „Jeder gönnt es dem anderen, wenn er gut spielt.” Dass es eine Frustphase gegeben haben muss, klingt nur noch zwischen den Worten durch.
Seinen Anspruch formuliert Groetzki bedacht: „Ich muss spielen. Es bringt mir nichts, wenn ich fünfmal trainiere und am Wochenende 60 Minuten auf der Bank sitze. Wenn ich nicht spielen darf, fühle ich mich nicht gut.”
Der Junior der Löwen darf sich inzwischen regelmäßig austoben. „Patrick ist ein vollwertiges Mitglied der Mannschaft”, sagt Schwarzer, hält kurz inne und lacht. „Unter dem Namen Patrick”, verrät Weltmeister Blacky, „kennt ihn bei uns keiner. Das ist Johnny.” Die Ableitung des Spitznamens ist eigentlich ganz einfach: Groetzki erinnerte die alten Löwen an Eishockey-Legende Wayne Gretzky, von da war es bis zu Westernheld John Wayne nicht weit – und fertig war der junge Johnny. Das sind große Namen, aber für einen Handballer nur bedingt als Vorbilder tauglich. Groetzki nennt zwar Stefan Kretzschmar und Mirza Dzomba, doch passend findet er das nicht. „Das ist ein zweischneidiges Schwert”, sagt er. „Ich habe die Mitte im Kopf und will nicht nur der Außen sein.”
Mit der Agentur Global MMK, die auch Dominik Klein betreut, sucht er seinen Weg, um sich „in der Bundesliga zu stabilisieren und eine Größe in der Mannschaft werden”. Laut wird das aber nicht geschehen. Patrick Groetzki mag lieber „ruhig und bedacht sein. Ich will mich rüberbringen, wie ich bin. Und ich bin nicht der Paradiesvogel, der die Klappe aufreißt.” Es gibt andere Mittel, um die Massen zu begeistern. Zum Beispiel seinen Wackler zur Hand.

Uwe Gensheimer ist der Glücksfall im Konzept der Rhein-Neckar Löwen und aufregendster Linksaußen des Landes. Der Local Hero kommt aus dem Hinterhof der SAP-Arena
Von Tim Oliver Kalle
Adrenalin und Algebra, das sind die Punkte, die im Leben dieses jungen Mannes am weitesten auseinander liegen. Sonntags in der SAP-Arena für mehr als 13000 Zuschauer ein Held, bundesweit zu bewundern im Deutschen SportFernsehen, und montags wieder gelandet auf der Schulbank des Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasiums im Kampf mit den Tücken der Mathematik. Aufstrebender Star und angehender Abiturient: Uwe Gensheimer schwirrt zwischen den Polen hin und her.
Die WM 2007 könnte mehr als eine aufregende Phantasie sein
Vielleicht werden die Zeiten für den 19-jährigen Linksaußen der SG Kronau/Östringen bald noch aufregender: Sechsmal hat er schon in der Männer-Nationalmannschaft gestanden. Dass Bundestrainer Heiner Brand den Stern des Jünglings bereits bei der WM 2007 im eigenen Land aufgehen lässt, ist vielleicht weit mehr als eine aufregende Phantasie.
In seinem ersten Jahr in der stärksten Liga der Welt gelangen Gensheimer in 30 Spielen 167 Tore (davon 57 Siebenmeter). Der 29-jährige Hamburger Torsten Jansen (28, 118/30) und der von Großwallstadt nach Kiel wechselnde, drei Jahre ältere Dominik Klein (32, 134/12) gingen mit niedrigeren Werten in die Statistik ein. Daraus könnte man sehr forsch Ansprüche ableiten, aber Gensheimer sagt: „Ich muss erstmal meine Leistung stabilisieren und konstant werden. Die anderen hatten mich als Neuling in der Liga noch nicht so auf der Rechnung.” Dabei bewies er bereits Konstanz und spielte eine ebenso starke Rück- wie Hinrunde.
Erfüllt sich der Traum von einer Teilnahme an der Weltmeisterschaft im eigenen Land (19. Januar bis 4. Februar), so könnte dieser Erfolg den jungen Mann auf eine extreme Probe stellen: Nebenbei muss er sein Abitur bauen. Mathematik, Deutsch, Englisch und Sport sowie Wirtschaft als Neigungsfach bilden eine anspruchsvolle Aufgabe.
Seit Mai 2005 kümmern sich Björn Schultz und Erik Göthel um Gensheimers Geschäfte. Der 32-jährige Schultz, der selbst eine Kinder- und Jugend-Sportschule besuchte und in Eisenach 2. Liga spielte, und der gleichalte Göthel, als Rechtsaußen noch für den Regionalliga-Neuling SG LVB Leipzig aktiv, zählen zu den Jungen in der Branche der Spielerberater (siehe auch Seite 30). Schultz sagt: „Uwe ist eines der größten Handballtalente in Deutschland. Ein sehr bodenständiger Mensch und vollkommen geerdet.” Gensheimer kann der bürgerliche Nachfolger des schrillen Stefan Kretzschmar werden, der als Linksaußen jahrelang die Maßstäbe für Klasse und Prominenz setzte.
Vielleicht kann Gensheimer trotz des wachsenden Hypes um seine Person den Bodenkontakt gar nicht verlieren, weil er die heimische Scholle noch nicht verlassen hat. Wenn er nach großen Spielen aus der SAP-Arena tritt, muss er nur fünf Kilometer fahren, bis er im Mannheimer Süden ankommt. Friedrichsfeld, ein Vorort mit dörflichem Charakter, ist seine Heimat. Dort liegt die Gaststätte des TV 1892, seines ersten Vereins, direkt an der Hauptstraße. Es gibt dort keine Shopping Mall, und die meisten Läden strahlen den Charme der achtziger Jahre aus. Gensheimer hat hier ein festes Fundament für seine Karriere geschaffen.
Der darauf aufbauende Masterplan seines Beraters fußt auf einer knappen Aussage. „Wichtig ist, dass Uwe spielt”, sagt Schultz. Und dass sich sein Klient mittelfristig in der Nationalmannschaft etabliere. „Alles andere müssen wir kanalisieren.” Im September soll eine Internetseite online gehen, um mehr Präsenz für die Person Gensheimer zu schaffen. In Mannheim ist er längst der Local Hero und jedermanns Liebling.
Für den aufstrebenden Bundesligisten Kronau/ Östringen hat sich der Glücksfall Gensheimer längst zum Konzept entwickelt. „Uwe ist das Zugpferd in der Region”, sagt Ulrich Schuppler. Der Manager der Rhein-Neckar-Löwen kann messen, wie gut der talentierte Rechtshänder als Werbeträger funktioniert: Im Merchandising ist Gensheimers Trikot neben dem des arrivierten Oleg Velyky einer der Hauptumsatzposten. Schuppler muss sich mühen, die Wünsche nach Autogrammstunden gleichmäßig auf das Team zu verteilen.
Löwen-Manager Schuppler redet von einem Zehn-Jahres-Vertrag
Gensheimer ist derzeit der einzige gebürtige deutsche Top-Spieler der SG Kronau/Östringen und ein Sohn der Region. Ein Marketingmann nennt das Unique Selling Proposition, kurz USP – ein Alleinstellungsmerkmal und somit einzigartiges Verkaufsargument. Das spürt Gensheimer täglich, denn sein Konterfei ist im Stadtbild nicht zu übersehen. Es leuchtet ihm von Plakaten und der Straßenbahn entgegen. Trotzdem sei es wichtig, die gesamte Mannschaft darzustellen, sagt Schuppler. „Wir wollen hier keine Denkmäler aufbauen.”
Bis 2008 steht Gensheimer bei der Spielgemeinschaft im Wort. „Uwe ist fester Bestandteil unserer Zukunftsplanung”, sagt Schuppler. „Wenn er will, kann er hier einen Zehn-Jahres-Vertrag unterschreiben.” Gensheimer und der THW Kiel flirteten miteinander, doch das Ziel Abi 2007 gab den vielleicht entscheidenden Ausschlag, vorerst zu bleiben und seinen ersten Profivertrag frühzeitig zu verlängern. „Hier sind meine Wurzeln, das ist mein Umfeld”, sagt Gensheimer. „Mal sehen, wie sich das alles entwickelt. Der Verein ist in Aufbruchstimmung.” Kronau/Östringen, erst im letzten Sommer wieder in die Bundesliga aufgestiegen, kann sich zu einem Riesen der Branche und mächtigen Gegenspieler des Rekordmeisters THW Kiel entwickeln. Der Einzug ins Pokalendspiel nach dem Halbfinal-Erfolg gegen Kiel war nur der erste Schritt.
Christian Zeitz war der Spieler vor Gensheimer, der die badischen Grenzen durchbrochen hat. Zu seiner Zeit gab es noch keine SAP-Arena, selbst die SG?war noch nicht geschaffen. Obwohl der Linkshänder den TSV Östringen 2001 in die Bundesliga führte, erreichte er in der Rhein-Neckar-Region nie die Dimension Gensheimer. Um zu wachsen, musste Zeitz zum THW Kiel gehen.
Auch Schultz denkt über die Grenzen der Stadt hinaus, doch dabei geht es ihm nicht um einen Wechsel – er möchte die Person Gensheimer „auf den deutschen Handball projizieren”. Ein spezielles Image werde er nie schaffen, „das macht Uwe selbst”. Ohnehin stecken in dem ruhigen Badener viele Zutaten, die einen angehenden Starspieler auszeichnen. „Er ist unheimlich telegen”, sagt Schultz. „Uwe bringt Spaß auf die Zuschauerränge. Die Leute mögen ihn, und das nehmen sie mit.” Gensheimer ist der spektakuläre Gute-Laune-Spieler, der trotz der ihn umgebenden Aufruhr unaufgeregt und bescheiden bleibt.
Die Bilder fügen sich zu einer liebenswerten Geschichte zusammen: Gensheimer als Schüler in Mannheim, der im Stundenplan jede Lücke nutzt, um selbstständig an Kraft und Schnelligkeit zu arbeiten, während die Profis der SG die Frühschicht bestreiten. Der Junge, der noch daheim bei Vater Dieter und Mutter Marcela im Dachgeschoss eines Reihenhauses wohnt. Der Teilzeit-Star, der die Massen mit Tricks und Toren verzaubert.
Mit Schmitt strebt der TV 1862 Friedrichsfeld nach Höherem
Die Karriere begann für ihn mit fünf Jahren bei den Minis des TV?1862 Friedrichsfeld. Freunde aus dem Kindergarten brachten ihn dorthin. Bernhard Weber war damals „der Trainer, der mich gefordert hat”, sagt Gensheimer. In der B-Jugend standen er und die anderen Friedrichsfelder im Finale der süddeutschen Meisterschaft. Sie scheiterten erst am späteren Deutschen Meister TV?Kornwestheim. Mit dem damaligen Gegner Gunnar Dietrich spielte Gensheimer mittlerweile für die DHB-Junioren. 2003 wechselte er zum großen Nachbarn Kronau/Östringen, spielte für die Jugend und die in der Regionalliga beheimatete Reserve. Auch im Bundesliga-Team kam er viermal zum Einsatz, musste jedoch dabei den Abstieg in der Relegation gegen Schwerin erleben. Im selben Sommer folgte mit der Jugend-EM sein erstes internationales Turnier. „Ich wollte diesen Weg gehen und weit nach oben kommen”, sagt Gensheimer. Sein Stammverein hat dem berühmten Sprössling jedoch nicht nach oben folgen können. Der Kreisligist strebt mit dem neuem Übungsleiter Frank Schmitt nach Höherem. Der 38-jährige war mal bekannt als EM-Teilnehmer 1994 und Bundesligaspieler in Niederwürzbach.
Dass Gensheimer weiter nach oben drängt, ist in jeder Hinsicht nur eine Frage der Zeit. „Er trainiert zu wenig”, sagt sein Trainer Iouri Chevtsov. Weil die Schule nur eine Einheit pro Tag erlaubt, lebt der Linksaußen bisher vor allem von seinem Talent. Auch deshalb glaubt Manager Schuppler, dass „Uwe erst in zwei Jahren auf der Höhe seines Leistungsvermögens” sein werde.
Aussicht auf einen EM-Erfolg mit den Junioren in Innsbruck
In diesem Sommer gönnte er sich zum ersten Mal seit drei pausenlosen Jahren etwas Urlaub. „Bis jetzt habe ich das alles gut verkraftet”, beteuert Gensheimer. Viel Pause blieb nach den Tagen auf Mallorca nicht. Mit der Junioren-Auswahl bereitet er sich auf die EURO in Innsbruck (10. bis 19. August) vor. „Ich freue mich schon, dass ich wieder wegkomme”, sagt der mit 32 Einsätzen erfahrenste Spieler der U20-Auswahl. Vor zwei Jahren gewann der deutsche Nachwuchs den EM-Titel. Allein die Aussicht auf solch einen Erfolg wirkt für den Junior beflügelnd.
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