

Am 4. Februar 2007 waren wir alle Weltmeister.
Eine wunderschöne Zeit schien vor uns zu liegen, doch fünf Jahre später müssen wir ernüchtert feststellen, dass wir irgendwo im Nirgendwo angekommen sind. Die Männer-Nationalmannschaft hat bei der EM zwar längst nicht so schlimm gespielt, wie das viele Experten im Vorfeld befürchtet hatten - aber sie war am Ende auch nicht gut genug, um sich die Chance auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London zu erhalten. Da auch die Frauen bereits im Dezember bei der WM in Brasilien gescheitert waren, findet das Handballturnier im Zeichen der Ringe erstmals ohne Deutschland statt - das ist hart...
In Serbien verfolgte Arnulf Beckmann, wie sich die Mannschaft des neuen Bundestrainers Martin Heuberger nach einer Auftaktenttäuschung mit bewundernswerter Leidenschaft durch das Turnier kämpfte, aber gleich zwei Chancen aufs Halbfinale vergab. Sie befindet sich nun in trister Gesellschaft mit der Auswahl von 1989, die in die Drittklassigkeit abstürzte, und jenem Ensemble, das 1996 die WM-Teilnahme verzockte. Damals übernahm bekanntlich Heiner Brand den Job des Bundestrainers.
Der ist inzwischen DHB-Sportmanager und mit seinem Nachfolger Heuberger gefordert, den Neuaufbau zu leiten. Junge Spieler müssen nicht nur besser ausgebildet werden, wir brauchen auch ein größeres Reservoir. Da können wir von anderen Sportarten lernen, hat unser Mitarbeiter Stefan Boysen erfahren, als er nach Talenten mit Migrationshintergrund suchte. Vielleicht haben auch wir in einigen Jahren einen Mesut Özil in der DHB-Auswahl, hofft Ihr
Tim Oliver Kalle
(HM-Redakteur)