Daniel Stephan. - Foto: Sascha Klahn

28.04.2011 - HM

„Dafür habe ich kein Verständnis” - Daniel Stephan über Nationalmannschaft und Lemgo

Im neuen Handball-Magazin äußert sich der ehemalige Welthandballer über den Geist der Generation Facebook in der DHB-Auswahl und den Weg seines früheren Klubs

Einst war er Welthandballer, Europameister und Deutscher Meister. Als Spieler gelang ihm so ziemlich alles, aber als Sportfunktionär kündigte er soeben seinen zweiten Job - der 37-Jährige bat Zweitligist HSG Düsseldorf darum, seinen Vertrag als Sportlicher Leiter bereits in diesem Sommer aufzulösen. Natürlich sprach Stephan auch darüber mit dem Handball-Magazin, doch schnell erreichte das Gespräch die großen Themen Nationalmannschaft und TBV Lemgo.

2009 war er noch Sportlicher Leiter, Markus Baur Trainer des ostwestfälischen Bundesligisten. Nach der missglückten Qualifikation zur Champions League mussten beide gehen. „Diese Entscheidung war damals nicht richtig”, sagt Stephan. „Alles, was wir in mühevoller Kleinarbeit über viele Jahre aufgebaut haben - der Hallenausbau, die Titel, die wir gewonnen haben, das Image, die familiäre Atmosphäre - war mit einem Schlag wieder dahin. Das tut mir heute noch weh, wenn ich sehe was aus dem TBV Lemgo in den vergangenen zwei Jahren geworden ist.” Lemgo habe einen Imageverlust erlitten, meint Stephan und fordert: „Der TBV muss wieder eine Philosophie entwickeln und sich fragen, was er erreichen will. Will man in den Europacup? Soll die Mannschaft um die Plätze spielen? Ich kann das gegenwärtig nicht richtig deuten.”

Zur Krise der Nationalmannschaft hat der ehemalige Kapitän der Auswahl eine ganz spezielle Meinung. „Was auch Heiner akzeptieren muss, ist die Tatsache, dass nun eine völlig andere Spielergeneration in der DHB-Auswahl steht”, sagt Stephan. „Früher spielte die Generation Baur-Schwarzer-Petersen-Kretzschmar-Stephan, heute sind es andere. Niemand sollte den Fehler begehen, zu sagen, die eine Generation war gut, die andere schlecht. Sie ist ganz einfach anders.” Kritik äußert der Europameister von 2004 allerdings am mangelnden unbedingten Willen und nennt den Torwart des HSV hamburg als Beispiel: „In einer Phase, wo es mit Blick auf die Entwicklung der nächsten Jahre elementar wichtig ist, die Qualifikationen zu schaffen, sagt ein Jogi Bitter, er wolle sich um seine Familie kümmern. Dafür habe ich kein Verständnis. Das hätte es in unserer Generation nicht gegeben.” Brand stellt der ehemalige Nationalspieler allerdings nicht in Frage: „Ich wehre mich dagegen, zu sagen, er sei der falsche Trainer. Ich sehe, was die WM in Schweden angeht, die Mannschaft in der Pflicht. Schlagworte wie Abnutzungserscheinungen sind für mich nur Floskeln.”

 

Das komplette Interview lesen Sie in der am Samstag erscheinenden Mai-Ausgabe des Handball-Magazins!

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