
08.11.2011 - HM
Fünf von fünf Finals, zwei Titel: Dänemark ist schon vor der Frauen-WM in Brasilien die Handball-Nation des Jahres. DHF-Generalsekretär Morten Stig Christensen erklärt den Erfolg und die neue Macht der Männer
Mit 17 in der Nationalmannschaft, an drei Olympischen Spielen teilgenommen, 190 Länderspiele, ein Ausflug zum Film, 19 Jahre Sportchef des Privatsenders TV2 und seit Juni 2007 Generalsekretär des Dansk Håndbold Forbund: Morten Stig Christensen ist nicht nur mächtiger, sondern auch bestens vernetzter Funktionär im Staate Dänemark, dessen Handball-Nationalmannschaften 2011 bisher jedes Endspiel erreichten. Männer, Junioren und weibliche Jugend kehrten mit Silber heim, die Juniorinnen und die männliche Jugend eroberten Gold. Das HM traf Christensen im September während des Worldcups in Aarhus. Nach einer anderthalbstündigen Interview-Tour durch den dänischen Handball lächelte der 53-Jährige verschmitzt und sagte: „Sie haben den Knopf gedrückt.” Und er nur geredet.
HM: Riskieren Sie Ihren Job, wenn Sie über das Erfolgsgeheimnis des dänischen Handballs reden?
Christensen: Nein, das ist okay. Da gibt es keine großen Geheimnisse.
HM: Aber Sie helfen der Konkurrenz, wenn Sie den derzeitigen Erfolg des dänischen Handballs erklären.
Christensen: Meinen Sie? Wir haben in Dänemark eine Jahrhunderte alte Tradition kleiner Vereine, die auf der Arbeit von Freiwilligen basiert. Wir haben dafür das dänische Wort Foreningen. In jeder kleinen dänischen Stadt gibt es diese Klubs, die die Grundlage unseres Erfolges sind. Dort beginnt alles. Leider ist diese Tradition unter Druck geraten, denn der moderne Mensch hat keine Zeit mehr für die freiwillige Arbeit in den Vereinen.
HM: Hört sich gut an. Aber wie erklärt das den Erfolg der Nationalmannschaften?
Christensen: Wir arbeiten seit vielen Jahren sehr effektiv, wenn es darum geht, talentierte Spieler weiter zu entwickeln, weil wir traditionell sehr gute Trainer haben. Viele von denen verbringen ihr gesamtes Sportleben in einem kleinen Verein, wo sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, von denen einige richtig gut werden. Unsere Herausforderung ist es, auch diejenigen zu halten, die den großen Durchbruch nicht schaffen. Weil wir genau diese Typen für Führungsaufgaben, zum Beispiel als Trainer oder Schiedsrichter, brauchen.
HM: Und was ist mit den Besten?
Christensen: Die weiterzuentwickeln, ist Sache des Verbandes und dessen Trainern mit Ulrik Wilbek und Jan Pytlick an der Spitze. Wir haben eine enge Kooperation zwischen den beiden Säulen Männer und Frauen und arbeiten langfristig. Vor zehn Jahren erkannten wir zum Beispiel bei den Frauen, dass wir jedes Jahr zehn Spielmacherinnen - technisch perfekt, aber klein - hervorbrachten. Aber dann begriffen wir, dass wir gegen Russland oder Deutschland Probleme bekommen, weil wir nicht die nötige physische Stärke haben. Deshalb haben wir Projekte gestartet, um große Spielerinnen zu finden.
HM: Welche zum Beispiel?
Christensen: In unserem System sind Spaß und Freude am Spiel zentrale Elemente. Handball darf keine harte Arbeit sein...
Das komplette Interview ist Teil der November-Ausgabe des Handball-Magazins!
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