Gestoppt: Mittelmann Michael Haaß. - Foto: picture-alliance

08.01.2012 - EURO, Nationalmannschaft

Verpatzte Generalprobe in Magdeburg - 21:22 gegen Ungarn

Die deutschen Handballer nehmen aus ihrem letzten Test eine Niederlage mit zur Europameisterschaft nach Serbien. In Magdeburg unterlag die Nationalmannschaft dem WM-Siebten Ungarn am Sonntag mit 21:22 (11:13), nachdem sie sich tags zuvor in Bremen noch mit 36:33 behauptet hatte

Torwart Carsten Lichtlein ragte heraus, Kreisläufer Patrick Wiencek und Shooter Lars Kaufmann waren mit jeweils vier Toren die besten Werfer im Team von Bundestrainer Martin Heuberger. Am kommenden Sonntag beginnt die EM für die deutsche Nationalmannschaft mit dem Spiel gegen Tschechien. Das ZDF überträgt ab 17:05 Uhr live aus Nis.

„Wir haben uns vorgenommen, in der Abwehr und in der Rückzugsphase besser zu spielen. Da haben wir sehr gute Dinge gezeigt, aber unser Angriff lief nicht gut”, sagte Bundestrainer Martin Heuberger.

„Im Angriff hatten wir nicht die nötige Geduld”, sagte Kapitän Pascal Hens. „Wir haben zu frühe Abschlüsse gesucht und verdient verloren.”

„Ein positiver Abschluss wäre besser gewesen”, sagte Mittelmann Michael Haaß. „Im Vergleich zum ersten Spiel war das ein Rückschritt, aber wir sollten uns nicht verrückt machen lassen - es hat an Kleinigkeiten gelegen. Wir gehen trotzdem selbstbewusst in die EM.”

Wie am Vortag in Bremen begann die deutsche Mannschaft mit Silvio Heinevetter im Tor sowie Dominik Klein (LA), Pascal Hens (RL), Michael Haaß (RM), Holger Glandorf (RR), Patrick Groetzki (RA) und Christoph Theuerkauf (Kreis), dessen Abwehrpart Oliver Roggisch übernahm.

Ferenc Ilyes (links) und der junge Gabor Ancsin (rechts) setzten die deutsche Mannschaft aus dem Rückraum permanent unter Druck, während Gabor Csaszar das ungarische Spiel inszenierte. Anders als am Vortag bot sich kaum die Gelegenheit für eigene schnelle Angriffe. Dazu kamen zahlreiche weitere kleine Rückschläge: Haaß war früh mit zwei Zeitstrafen belastet, Hens musste nach einem Crash mit Szabolcs Zubai auf die Bank, und Uwe Gensheimer verlor beim Gegenstoß den Ball. In der Konsequenz wuchs der Vorsprung des WM-Siebten Ungarn auf vier Tore (7:11/23.).

Torwart Carsten Lichtlein, der nach 23 Minuten den glücklosen Silvio Heinevetter abgelöst hatte, gab ebenso positive Impulse wie Kreisläufer Patrick Wiencek. Der verkürzte unmittelbar vor dem Pausenpfiff noch auf 11:13, nachdem er zuvor selbst getroffen und in der Abwehr mehrere Bälle (unter anderem für Christian Sprengers Gegenstoß zum 10:12) gewonnen hatte.

Nach dem Seitenwechsel stellte Heuberger neben Haaß (nur noch im Angriff) auch Lars Kaufmann und Adrian Pfahl in den Rückraum. Kaufmann erzielte die Wirkungstreffer - erst den 16:16-Ausgleich, dann den 17:18-Anschluss in doppelter Unterzahl und schließlich die 19:18-Führung. Die erhöhte Wiencek noch auf 20:18, doch danach stotterte die Offensive.

Ungarn war gegen den starken deutschen Torwart Lichtlein 13 Minuten lang ohne Treffer geblieben, aber das Comeback ab der 51. Minute reichte, um die Partie mit einem 4:1-Lauf zu drehen. Milorad Krivokapic erzielte 40 Sekunden vor dem Abpfiff den entscheidenden Treffer. Der letzte deutsche Angriff mit Christoph Theuerkauf als siebtem Feldspieler war nicht mehr erfolgreich.

 

Deutschland - Ungarn 21:22 (11:13)

Deutschland: Heinevetter, Lichtlein, Ziemer; Hens (2), Gensheimer (3/3), Roggisch, Klein, Pfahl, Wiencek (4), Theuerkauf (1), Glandorf (2), Christophersen, Groetzki, Strobel, Kaufmann (4), Sprenger (2), Haaß (3)
Ungarn: Tatai, Mikler; Ilyes (3), Szöllösi (1), Császár (7), Mocsai, G. Iváncsik (2), T. Iváncsik, Harsányi (1/1), Putics, Krivokapic (2), Laluska, Nagy (1), Katzirz (1), Vadkerti, Zubai, Schuch, Ancsin (4)
Schiedsrichter: Gjeding/Hansen (Dänemark). - Zuschauer: 8000. - Siebenmeter: 3/3:1/1. - Zeitstrafen: 12:8 Minuten (Haaß, Wiencek/jeweils zwei, Pfahl, Roggisch - Katzirz, Zubai, Vadkerti, Szöllösi). - Spielfilm: 0:1 (1.), 2:1 (4.), 3:6 (10.), 7:8 (17.), 7:11 (23.), 9:11 (25.), 10:13 (30.), 11:13 - 12:13 (32.), 13:15 (35.), 16:16 (37.), 16:18 (38.), 19:18 (44.), 20:18 (50.), 20:20 (53.), 21:20 (54.), 21:22 (60.).

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