15.01.2012 - EURO, Nationalmannschaft

Deutschland missrät der Auftakt - 24:27 gegen Tschechien

Die Europameisterschaft in Serbien hat für die deutschen Handballer mit einer Niederlage begonnen. In Nis scheiterte das Team von Bundestrainer Martin Heuberger am Sonntag mit 24:27 (9:14) an Tschechien. Trotz einer schlechten ersten Halbzeit besaß die deutsche Nationalmannschaft noch Möglichkeiten, das Spiel erfolgreich zu gestalten - scheiterte aber an einer über weite Strecken schwachen Trefferquote

Tschechien nimmt mit dem Sieg einen großen Vorteil mit in den weiteren Kampf um zwei noch zu vergebene Plätze für die Olympia-Qualifikationsturniere. In den weiteren Partien trifft die deutsche Mannschaft auf Mazedonien (Dienstag) und Schweden (Donnerstag). Die ARD überträgt jeweils ab 18 Uhr live.

„Unser Problem war, dass wir zu viele Chancen haben liegen lassen. Die Chancenverwertung hat uns das Genick gebrochen. Das zehrt am Selbstvertrauen. Trotzdem haben wir uns zurückgekämpft”, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. „Es ist noch nichts verloren, obwohl die Niederlage sehr bitter war. Wir werden das heute Abend in aller Ruhe analysieren. Und am Dienstag werden wir gegen Mazedonien eine Mannschaft sehen, die alles gibt und versucht, bei dieser EM den ersten Sieg zu landen.”

„Das war nicht das, was wir uns vorgestellt hatten”, sagte Kapitän Pascal Hens. „Wir haben die richtigen Sachen gespielt, aber die Bälle leider nicht reingemacht und sind so immer in Gegenstöße gelaufen. Hier ist noch nicht alles vorbei. Heute Abend werden wir darüber sprechen, was schlecht war - und dann werden wir morgen wieder nach vorn schauen und besser spielen.”

Heuberger begann mit Silvio Heinevetter im Tor sowie Dominik Klein (LA), Pascal Hens (RL), Michael Haaß (RM), Holger Glandorf (RR), Patrick Groetzki (RA) und Christoph Theuerkauf (Kreis), für den in der Abwehr Oliver Roggisch einsprang. Apropos Abwehr: Gegen Welthandballer Filip Jicha stellte Heuberger zunächst eine 5:1-Abwehr mit Klein als Spitze.

Bereits nach elf Minuten musste Heuberger die grüne Karte legen, um den schlechten Lauf der Dinge mit einer Auszeit zu stoppen. Doch nach dem 3:8 legte Jicha auch noch das 3:9 nach...

Was die Lage verschärfte, war der eklatant schwache Angriff: Uwe Gensheimer vergab gegen Füchse-Torwart Petr Stochl zwei Siebenmeter, Kapitän Hens traf zweimal nur den Pfosten, und auch Klein scheiterte an der Latte.

Wenige Minuten nach einem schmerzhaften Zweikampf mit Jicha räumte Hens seinen Platz im linken Rückraum für Lars Kaufmann, die Mitte übernahm Sven-Sören Christophersen. Die Wechsel wirkten nur bedingt, da die Trefferquote weiter schwach blieb. Immerhin steigerte sich Heinevetter nach schwachem Beginn, so dass Tschechien nicht enteilen konnte. Wenige Sekunden vor dem Ende der ersten Halbzeit verkürzte Glandorf mit seinem ersten Tor auf 9:14.

22 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte gab Glandorf mit dem 10:14 ein starkes Signal, Haaß agierte wirkungsvoll, und nach Kleins 16:17 war Deutschland wieder dran. Weil Kaufmann den Ball nicht erfolgreich auf Klein brachte, und dieser in Unterzahl einen Gegenstoß vergab, wurde es jedoch nichts mit dem Ausgleich.

Nach einem Gegenstoß von Roggisch stand's 19:20 - Kaufmanns anschließender Fehlwurf ermöglichte Jicha in tschechischer Unterzahl das 19:21 und damit den Auftakt einer vorentscheidenden 0:4-Serie. Der erneute Versuch mit einer 5:1-Abwehr (Gensheimer übernahm die Spitze) brachte Deutschland auch dank einiger starker Heinevetter-Paraden noch einmal auf zwei Tore heran, aber Tschechien ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen.

 

Deutschland - Tschechien 24:27 (9:14)

Deutschland: Heinevetter, Lichtlein; Hens, Gensheimer (3/2), Roggisch (1), Klein (1), Pfahl (3/1), Wiencek, Theuerkauf (3), Glandorf (2), Christophersen, Groetzki (2), Sprenger, Kaufmann (5), Haaß (4)
Tschechien: Galia, Stochl; Nocar (2), Vitek, Vrany (2), Kubes, Motl, Jicha (7/1), Filip (4), Sobol, Horak (3), Mraz, Juricek (3), Stehlik (3), Hynek, Sklenak (3/1)
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen. - Zuschauer: 4500. - Siebenmeter: 6/3:3/2 (Gensheimer scheitert zweimal an Stochl, Theuerkauf an Galia - Sklenak neben das Tor). - Zeitstrafen: 6:6 Minuten (Roggisch/zwei, Gensheimer - Jicha, Stehlik, Motl). - Spielfilm: 0:1 (3.), 2:5 (9.), 3:9 (12.), 5:10 (22.), 8:14 (28.), 9:14 - 10:14 (31.), 13:15 (35.), 16:17 (38.), 16:19 (41.), 19:20 (44.), 19:24 (51.), 23:25 (57.), 23:27 (60.), 24:27.

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