
15.01.2012 - Nationalmannschaft, EURO
Das war ernüchternd: Mit 24:27 (9:14) verlor die deutsche Nationalmannschaft ihr EM-Auftaktspiel gegen Tschechien und büßte zwei wichtige Punkte ein gegen einen direkten Konkurrenten um eines der beiden Tickets für die Olympia-Qualifikationsturniere. Entsprechend gedrückt war die Stimmung. Auch Torhüter Silvio Heinevetter brauchte ein paar Augenblicke, bis er in der Lage war, eine erste Analyse des enttäuschenden Auftritts zu geben.
HM: Herr Heinevetter, was ist da eben geschehen?
Heinevetter: Weil wir heute zu schwach waren, haben wir ein immens wichtiges Spiel verloren. Ich kann das gar nicht verstehen, aber wir haben in jeder Halbzeit unsere fünf, sechs Minuten, in denen gar nichts geht. Da muss sich jeder aus der Mannschaft an die eigene Nase fassen.
HM: Woran hat es gelegen?
Heinevetter: Wir waren nach einer schwachen ersten Viertelstunde, in der wir so viele Chancen haben liegen lassen, total verunsichert. Dann wächst auch noch der gegnerische Torhüter über sich hinaus, und wir fangen uns einen Konter nach dem anderen.
HM: Auch die 5:1-Deckung, mit der Sie die Tschechen überraschen wollten, funktionierte nicht wirklich.
Heinevetter: Mit Verlaub, die 5:1-Deckung war heute keine gute Idee, weil die Tschechen sich darauf richtig gut eingestellt hatten. Wir sind zwar nach dem Umstellen der Deckung besser ins Spiel gekommen, aber wir waren zu keiner Zeit richtig drin in dem Match. Im Moment bin ich nur noch frustriert.
HM: Gegen das Team aus Mazedonien und gegen 4000 euphorische Fans steht die Mannschaft nun am Dienstag bereits massiv unter Druck und muss unbedingt gewinnen.
Heinevetter: Ich hoffe, dass wir dennoch ein langes Turnier vor uns haben, weil wir ja noch immer alle Chancen haben, aber das heute war Scheiße.
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