
16.01.2012 - EURO, Nationalmannschaft
In den Stunden nach der schweren Niederlage der deutschen Nationalmannschaft gegen Tschechien (24:27) ging der Kapitän voran. Sowohl nach Spielschluss als auch beim Medientreffen am Montag stand Pascal Hens allen, die ihn fragten, ausführlich Rede und Antwort
Doch auch der 31-jährige Spieler des Deutschen Meisters HSV Hamburg tat sich schwer, eine schlüssige Erklärung für die Darbietung zum Auftakt der EM in Serbien zu finden. Und der nächsten Aufgabe gegen Mazedonien (Dienstag, ab 18 Uhr live in der ARD) begegnet er mit riesigem Respekt.
HM: Die Auftaktniederlage gegen Tschechien hat für allgemeine Ernüchterung gesorgt. Wie tief sitzt die Enttäuschung?
Hens: Das war ganz bitter. Vor allem, weil es gerade die Tschechen waren, gegen die wir verloren haben. Die kämpfen ja wie wir noch um ein Ticket für die Olympia-Quali. Aber das wollten wir bei diesem Spiel unbedingt außen vor lassen.
HM: Was waren die Gründe?
Hens: Das ist nicht immer so einfach zu erklären. Wir haben verloren, obwohl wir die richtigen Sachen gemacht haben. Aber wir haben in der Anfangsphase zu viele freie Bälle vergeben und sind auch an einem überragenden Petr Stochl gescheitert. Und dann haben wir plötzlich völlig den Faden verloren. Und als wir in der zweiten Halbzeit noch zwei Mal die Chance zum Ausgleich haben, gelingt uns das wieder nicht. Aber das war ja schon symptomatisch.
HM: Dabei ist das Team so hoffnungsvoll zu dieser EM gekommen.
Hens: Die Stimmung war richtig gut. Heute natürlich nicht mehr. Es ist aber auch scheiße, wenn du in der Halle die Lichter ausschießt. Natürlich geht was im Kopf vor und du verlierst Selbstbewusstsein.
HM: Bei Ihnen war das gegen Tschechien extrem.
Hens: Da ging nicht viel. Als ich die ersten drei Bälle verworfen hatte, hatte ich die Zweifel im Kopf. Das ist nicht immer einfach, das anschließend zu erklären. Jetzt müssen wir alle gemeinsam aus diesem Loch wieder rauskommen.
HM: Gibt es dafür Rezepte?
Hens: Da kannst du eigentlich gar nichts machen. Du musst einfach gut ins nächste Spiel reinkommen. Dann holst du dir auch dein verlorenes Selbstvertrauen wieder zurück.
HM: Zudem werden Sie auch die Halle erst einmal ruhig spielen müssen, in der 4000 mazedonische Fans einen Höllenlärm veranstalten werden.
Hens: Das wird heftig. Als wir nach dem Spiel in den Katakomben der Halle saßen, haben wir die noch immer gehört. Keine Frage, das wird knüppelhart.
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