Top-Torschütze Uwe Gensheimer gegen Schweden-Torwart Mattias Andersson. - Foto: picture-alliance

19.01.2012 - EURO, Nationalmannschaft

Riesiges Spiel gegen Schweden - und jetzt ab in die Hauptrunde! Vier Pluspunkte!

Und alles ist wieder gut: Im letzten Vorrundenspiel der EURO haben die deutschen Handballer am Donnerstag in Nis den Rekord-Europameister Schweden mit 29:24 (20:15) geschlagen. Damit steht das Team von Bundestrainer Martin Heuberger trotz des gegen Tschechien verpatzten Auftakts (24:27) mit vier Pluspunkten in der am Samstag beginnenden Hauptrunde

Die nächsten Gegner sind Gastgeber Serbien (4:0 Punkte), der WM-Zweite Dänemark (0:4) und der EM-Vierte Polen (2:2). Schweden und Mazedonien nehmen jeweils 1:3 Punkte mit in die zweite Turnierphase.

Da Tschechien im Anschluss gegen Mazedonien mit 21:27, beitzt die deutsche Nationalmannschaft mit vier Pluspunkten eine optimale Ausgangsposition fürs weitere Turnier und den Kampf um einen der beiden in Serbien noch zu vergebenden Plätze für eines der Olympia-Qualifikationsturniere. Auch das Halbfinale ist nun wieder ein realistisches Ziel.

„Ich freue mich, dass die Mannschaft lebt und sich gefangen hat”, sagte Bundestrainer Martin Heuberger. „Wir haben unter anderem die schwedische 6:0-Abwehr gemeinsam analysiert und einiges vorbereitet, was die Mannschaft hervorragend umgesetzt hat. Aus dem Positionsangriff haben wir kaum Tore der Schweden zugelassen - das war sensationell. Wir denken nach wie vor von Spiel zu Spiel. Genauso werden wir in die Hauptrunde gehen. Das lassen wir ganz ruhig auf uns zukommen. Wir haben alles in der Hand und brauchen nicht auf die anderen zu schauen. Wir konzentrieren uns weiter auf uns.”

„Wir haben als Mannschaft sehr gut gespielt und Schweden lange Zeit im Griff gehabt”, sagte der überragende Torwart Silvio Heinevetter. „Auch in der Höhe haben wir verdient gewonnen.”

„Wir haben es geschafft, uns von Spiel zu Spiel zu steigern”, sagte Top-Torschütze Uwe Gensheimer. „Der Sieg gegen Mazedonien hat uns Auftrieb gebracht. Wir haben unser Konzept fast über 60 Minuten durchgezogen. Darauf können wir aufbauen. Ich habe noch Luft nach oben und hoffe, dass ich das noch zeigen kann.”

Heuberger begann die Partie mit Torwart Silvio Heinevetter sowie Uwe Gensheimer (LA), Lars Kaufmann (RL), Michael Haaß (RM), Holger Glandorf (RR), Patrick Groetzki (RA) und Christoph Theuerkauf (Kreis), für den in der Abwehr Oliver Roggisch einsprang.

Die deutsche Mannschaft kam nach einigen Fehlwürfen glänzend ins Spiel und überlief Schweden - bereits in der 9. Minute legte das schwedische Trainergespann Ola Lindgren/Staffan Olsson die grüne Karte. Trotzdem wuchs der deutsche Vorsprung nach einem erneuten Gensheimer-Gegenstoß auf 8:3.

Von Kim Andersson, Weltklasse-Linkshänder des THW Kiel, war außer Anspielen wenig zu sehen. Kaum zu kontrollieren waren in der ersten Halbzeit indes Kim Ekdahl du Rietz (sechs Tore) und Jonas Larholm (fünf), aber das richtete keinen Schaden an.

Immer wieder setzten die deutschen Männer Wirkungstreffer: Haaß in Unterzahl zum 16:11, Heinevetter mit einer Siebenmeterparade gegen Ekberg - Christophersen, Sprenger und Gensheimer dann zum 19:13. Heuberger nutzte bereits in der ersten Halbzeit fast alle personellen Optionen.

Nach der Pause entwickelte sich ein neues, anderes, torärmeres Spiel, aber die Schlagzahl bestimmte weiter die deutsche Mannschaft: Nadelstiche setzten Gensheimer und Sprenger zum 22:17, Heinevetter entnervte Schweden immer wieder mit Glanztaten, Linkshänder Pfahl war unter Druck (23:19 und 24:20) erfolgreich.

Schweden kam höchstens auf drei Tore heran, und Deutschland verkraftete auch kleine Rückschläge - zum Beispiel den Ausfalls Sprengers mit schmerzendem rechten Knie nach 45 Minuten. Kapitän Pascal Hens schlug zum 25:21 erstmals in diesem EM-Turnier zu, und Groetzkis 27:23 in Unterzahl hatte für Schweden in der 51. Minute K.o.-Charakter.

 

Deutschland - Schweden 29:24 (20:15)

Deutschland: Heinevetter, Lichtlein; Hens (1), Gensheimer (9/4), Roggisch, Klein, Pfahl (2), Wiencek, Theuerkauf, Glandorf (1), Christophersen (4), Groetzki (5), Sprenger (2), Kaufmann (3), Haaß (2)
Schweden: M. Andersson, Palicka, Sjöstrand; Lundström (3), K. Andersson (1), Jernemyr, Ekberg (4/3), Doder, Stenbäcken, Larholm (6), Karlsson, Jakobsson, Petersen, Ekdahl du Rietz (8), Barud, Nilsson (2)
Schiedsrichter: Krstic/Lubic (Slowenien). - Zuschauer: 4000. - Siebenmeter: 4/4:4/3 (Heinevetter hält gegen Ekberg). - Zeitstrafen: 10:4 (Roggisch/zwei, Wiencek, Glandorf, Kaufmann - Lundström, Jernemyr). - Spielfilm: 3:1 (3.), 5:2 (6.), 8:3 (10.), 11:5 (14.), 15:9 (21.), 15:11 (23.), 16:13 (25.), 19:13 (29.), 20:15 - 20:17 (34.), 22:17 (38), 22:19 (40.), 28:23 (52.), 29:24.

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