Christophersen nimmt Maß zum 21:21! - Foto: picture-alliance

21.01.2012 - EURO, Nationalmannschaft

Christophersen wirft Deutschlands Handballer ins Glück

Was für ein unfassbar sensationelles Spiel: Drei Sekunden vor Schluss gleicht Sven-Sören Christophersen aus - Deutschland gegen den EURO-Gastgeber Serbien 21:21 (7:12) vor fast 20000 Zuschauern in Belgrad. Nach Sieben-Tore-Rückstand zeigt die deutsche Nationalmannschaft am Samstag ein unglaubliches Finish

Und mit 5:1 Punkten besitzt das Team von Bundestrainer Martin Heuberger nun alle Chancen, sogar das Halbfinale der Europameisterschaft zu erreichen, ganz zu schweigen vom Kampf um einen der beiden Plätze für eines der drei Olympia-Qualifikationsturniere. In den weiteren Spielen der Hauptrunde trifft Deutschland auf Dänemark (Montag, 18:20 Uhr) und Polen (Mittwoch, 16:15 Uhr). Das ZDF überträgt beide Partien live.

„Diese Mannschaft ist phänomenal - unglaublich”, sagte ein atemloser Bundestrainer Martin Heuberger. „Wir wussten, dass wir nicht viele Chancen bekommen. Wir haben nach der ersten Halbzeit zu Recht fünf Tore zurückgelegen, aber in der Kabine haben wir uns geschworen, dass wir nicht aufgeben. Wir wussten, dass unsere Physiss besser ist als die der Serben.”

„Es war wichtig, dass wir noch den Ausgleich gemacht haben”, sagte Sven-Sören Christophersen. „Das war ein harter Kampf - wir sind die ganze Zeit einem Rückstand hinterhergerannt. Wir sind sehr glücklich, dass wir einen Punkt mitnehmen. Vom Halbfinale werden wir noch nicht sprechen. Wir haben noch zwei Spiele vor der Brust, und darauf konzentrieren wir uns.”

„Mit Kopf und Wille haben wir verdient einen Punkt geholt”, sagte Torwart Silvio Heinevetter. „Wir denken weiter von Spiel zu Spiel.”

Mit im Vergleich zum Schweden-Spiel unveränderter Startaufstellung (Heinevetter - Gensheimer, Kaufmann, Haaß, Glandorf, Groetzki - Theuerkauf/Roggisch) ging Deutschland in die Partie, lag aber flott mit 0:4 zurück. Erst in der siebten Minute traf Linkshänder Glandorf zum ersten Mal für die deutsche Mannschaft. Die war beim 4:5 wieder dran. Erst in den letzten Minuten der ersten Hälfte setzte sich Serbien ab, weil zum Beispiel Gensheimer Pech im Abschluss hatte und der serbische THW-Star Ilic in den letzten vier Minuten noch dreimal traf.

Nach der Pause eskalierte die Lage, als Stankovic auf 15:8 erhöhte. Mit dem wieder brillanten Heinevetter robbten sich die deutschen Männer jedoch heran. Groetzki in Unterzahl (9:15) gab das Signal, und Abwehrchef Roggisch mit zwei Toren (!) legte nach. Nach Gensheimers 16:17 wackelte Serbien, aber die deutschen Angreifer scheiterten reihenweise an Stanic.

Groetzki und Theuerkauf glichen endlich zum 18:18 aus. Serbien behauptete trotzdem kleine Vorteile, konnte aber aus einer Überzahl beim 21:20 kein Kapital schlagen - nach der 53. Minute war dank Heinevetter Schluss mit Toren des Gastgebers.

Die letzten Momente:
58:57: Kaufmann scheitert frei an Stanic
59:41: Ilic verwirft
59:52: Heuberger justiert mit einer Auszeit nach, bringt Christophersen als siebten Feldspieler
59:57: Ausgleich Christophersen - Deutschland jubelt, Serbien ist konsterniert

 

Serbien - Deutschland 21:21 (12:7)

Serbien: Marjanac, Stanic; Sesum, Vujin, Nikcevic (4), Manojlovic (1), Toskic (1), Ilic (6/1), Markovic, Prodanovic (2), Stojkovic (2), Rnic, Beljanski, Cutura (2), Stankovic (3), Nenadic
Deutschland: Heinevetter, Lichtlein; Hens, Gensheimer (5/3), Roggisch (2), Klein, Pfahl (1), Wiencek, Theuerkauf (1), Glandorf (4), Christophersen (2), Groetzki (4), Sprenger, Kaufmann (2), Haaß
Schiedsrichter: Abrahamsen/Kristiansen (Norwegen). - Zuschauer: 20000. - Siebenmeter: 1/1:4/3 (Gensheimer scheitert an Stanic). - Zeitstrafen: 8:8 Minuten (Cutura, Nikcevic, Prodanovic, Ilic - Roggisch/zwei, Gensheimer, Christophersen). - Spielfilm: 4:0 (7.), 5:4 (17.), 7:6 (23.), 9:7 (28.), 12:7 - 13:7 (31.), 15:8 (34.), 16:14 (40.), 17:16 (43.), 18:18 (49.), 20:18 (51.), 21:19 (53.), 21:20 (54.), 21:21 (60.).

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