Legendäre Rangelei: Kiel gegen Flensburg aus dem Jahr 2005. - Foto: Sascha Klahn

11.04.2012 - HM

Paradies in Gefahr?

Die Szene ist bereits ein paar Wochen alt, das Bild aber so präsent, als wäre es gestern geschehen: Paulo Guerrero, Stürmer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, fliegt Sven Ulreich mit gestreckten Beinen von hinten an. Irgendwo im Nirgendwo des Platzes, zu einem Zeitpunkt, als die HSV-Niederlage längst besiegelt war. Ein Wunder, dass der Torhüter des VfB Stuttgart diese brutale Attacke unverletzt überstand.

Ein Indiz dafür, dass sich die Spirale der Gewalt auf und neben dem Fußballplatz derzeit eine neue Dimension erschließt? Eine Sportart am Abgrund? Zumindest eine, die sich auf Abwegen befindet...

Und im Handball? Bei der Europameisterschaft in Serbien kam es im Halbfinale der Gastgeber gegen Kroatien zu irritierenden Gewaltausbrüchen der serbischen Fans (die zu allem Übel noch einem eigenen Spieler schadeten). Hierzulande beschränken sich Ausschreitungen in der Regel auf Begegnungen zwischen den Erzrivalen GWD Minden und dem TuS N-Lübbecke, auf Aktionen einiger gewaltbereiter Mitglieder der „Ultras”, einer Fangruppierung der SG Flensburg-Handewitt. Reisen sie beispielsweise zum Derby nach Kiel, eskortieren 30 bis 40 Polizisten ihre Busse bis zur Halle.

„Bei diesen Spielen gibt es eine gewisse Ähnlichkeit zum Fußball”, sagt Kay Kramm vom 2. Polizeirevier in Kiel. „Die Ultras wurden lange von der Flensburger Vereinsführung hofiert. Nach dem negativen Auftreten in mehreren Hallen haben die SG-Verantwortlichen mittlerweile aber den nötigen Abstand gewonnen.” Im normalen Liga-Alltag begleitet der Polizeihauptkommissar mit fünf Kollegen die Heimspiele des THW Kiel. „Ist einer krank, sind wir eben einer weniger.” Mehr als sieben seien sie aber nie. „Dann passen wir nicht mehr in ein Auto.”

Spricht der 56-Jährige über die Fans beider Sportarten, erzählt er gern eine Geschichte, die sich im Januar 2007 in Kiel abgespielt hat...

Auch auf dem Handballfeld ist Gewalt die Ausnahme. Die Regel ist, dass sich die Spieler nach 60 intensiven Minuten abklatschen und das Gewesene abhaken. So gerieten Stefan Lövgren (THW Kiel) und Johnny Jensen (SG Flensburg) einst in einer denkwürdigen und symbolhaften Szene im Mai 2005 aneinander. Lövgren hatte Jensen im vorentscheidenden Meisterschaftsspiel in der letzten Sekunde am Mittelkreis umgestoßen, um zu verhindern, dass dieser mit einem Wurf ins leere Kieler Tor den SG-Siegtreffer zum 27:26 erzielen konnte. Der norwegische Hüne schlug, ohne zu zögern, zurück, beide Spieler sahen die Rote Karte und reichten sich nur Sekunden nach der Rauferei umgehend versöhnlich wieder die Hände. „Ich hätte an seiner Stelle genauso gehandelt”, sagte Jensen damals und meinte das Foul.

Der Handschlag nach dem Abpfiff ist für Handballer obligatorisch. Eine der wenigen Ausnahmen ist...

Den vollständigen Text von HM-Mitarbeiter Wolf Paarmann lesen Sie in der April-Ausgabe des Handball-Magazins!

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